Gemeinde Rohrmoos in der Steiermark

 
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  Gemeinde
  Rohrmoos-Untertal
  Rohrmoosstraße 234
  A-8971 Rohrmoos-Untertal
  Tel: +43(0)3687/24541-0
  E-Mail:
  gemeinde@rohrmoos.co.at

 

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Nickel-Museum in Obertal/Hopfriesen

 


DAS PROJEKT

Seit geraumer Zeit arbeitet die Gemeinde Rohrmoos-Untertal und der Tourismusverband Schladming- Rohrmoos an einem Tourismusprojekt rund um das Thema „Bergbauregion Schladming“.
Ziel der Maßnahmen ist die qualitative Verbesserung und Aufwertung des touristischen Angebots in der Region, die Koordination und Einbindung in das überregionale Marketing, sowie das Ansprechen steirischer Unternehmen als Förderer und Unterstützer dieses kulturtouristischen Angebots.

 

Die ÖAV-Höhlenforscher haben in jahrzehntelanger Arbeit den Grundstein für dieses Projekt geschaffen. Die Adaptierung des Annastollens in der Bromriesen für einen Schaubetrieb und die Sicherung des Nickelschmelzofens in der Hopfriesen waren die wichtigsten Voraussetzungen. Bereits vor einigen Jahren wurden vom Tourismusverband Rohrmoos-Untertal in mehreren Workshops gemeinsam mit Höhlenforschern und Vertretern der Gemeinden Rohrmoos-Untertal und Schladming, Überlegungen zu einer touristischen Profilierung im Sommertourismus angestellt. Die Themen „Bergbauerlebnis“ und „Wassererlebnisse“ wurden damals festgelegt und bis heute als touristische Zusatzangebote konsequent weiterverfolgt.

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Im Rahmen dieser Planungen wurde damit begonnen, die kultur- und montangeschichtlich äußerst interessante und in Mitteleuropa einzigartige Ruine des Nickelschmelzofens in der Hopfriesen zu revitalisieren und mit modernen Mitteln und unter Einbeziehung des Denkmalschutzes als zukünftiges Museum zu adaptieren. Bei der Planung konnte auf ein Konzept des Architekten DI Molina zurückgegriffen werden. Dabei entstand ein modernes Museumsgebäude in Form eines in die Ruine eingeschobenen Prismas, welches aus Glas und Stahl gefertigt ist und in beeindruckender Weise vergangene Bausubstanz und gegenwärtige Architektur miteinander verbindet. Mit der Wahl dieser Baumaterialien wurden zudem zwei Elemente aufgegriffen, die bei der Entstehung und Verarbeitung des in der Vergangenheit abgebauten Nickels eine wesentliche Rolle spielten.

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Seit 2001 wird an der Konzeption und Einrichtung des Museums in Hopfriesen gearbeitet, das noch dieses Jahr eröffnet wird. Es stellt eine Etappe im Bergbau-Rundwanderweg dar, welcher auch die Gastronomie des Obertales sowie den nahegelegenen Bromriesenstollen mit einschließt.

 

 Das Museum in der Hopfriesen wurde im Sinne aktueller museologischer und museumspädagogischer Kriterien entwickelt und präsentiert in attraktiver Weise das Thema „Bergbau und Nickel“ in Vergangenheit und Gegenwart. Das Nickelmuseum wird von der Gemeinde Rohrmoos-Untertal errichtet und nach seiner Fertigstellung dem Tourismusverband Schladming-Rohrmoos zum Betrieb übergeben.

 

 Glasprisma  alte Materialien unberührt  NEU und ALT  Brunnen



ALLGEMEINE ZIELSETZUNGEN DES PROJEKTES

>  Qualitative Verbesserung des touristischen Angebotes der Region
>  Touristische Belebung und wirtschaftliche Belebung der Gemeinde und der Region
>  Kooperationen des Museums mit Tourismus, Gastronomie und Hotellerie
>  Bewusstmachen der lokalen naturräumlichen und kulturellen Kostbarkeiten
>  Etablierung des Museums als gesellschaftlicher und sozialer Treffpunkt
>  Spezielle Angebotsentwicklung für Schulen, Kinder und Jugendliche, Schulprojekte
> Touristische Belebung durch Schulen (Schullandwochen, Exkursionen)
>  Entwicklung spezifischer Rahmenprogramme in den Gemeinden Rohrmoos-Untertal

    und Schladming  (Tagungen, Sonderausstellungen etc.)


INHALTLICHE ZIELSETZUNGEN DES NICKELMUSEUMS

Eine Ruine als Zeugin einer lang zurückliegenden Bergbaugeschichte, eine „Glasvitrine inmitten der beeindruckenden Naturlandschaft“ der Schladminger Tauern, eine Zeitreise, welche die BesucherInnen in vergangene Zeiten zurückbringt, in denen diese Vergangenheit noch lebendig war – all das zeigt das Nickelmuseum in der Hopfriesen.
Moderne und Tradition treffen hier in Form von schlichter Architektur und alter verwitterter Bausubstanz aufeinander, aktuelle Kunst verdeutlicht vergangene Funktion, Gegenwart wird konfrontiert mit Geschichte.

Das Nickelmuseum in der Hopfriesen macht SPUREN DER VERGANGENHEIT sichtbar, nämlich Aspekte der beeindruckenden Bergbauvergangenheit der Region.
Es rückt VERBORGENE KOSTBARKEITEN ins Bewusstsein, nämlich die Erze, welche abgebaut und in der Hopfriesen verhüttet wurden.
Es dokumentiert das „GEFÄHRLICHE TAGWERK“ der Knappen des 18. und 19. Jahrhunderts, die exponierten Abbaugegebenheiten und den mühevollen Transport der Erze von den Stollen ins Tal.
Es holt jenes Stück der Vergangenheit ans Tageslicht, das den meisten Besucherinnen und Besuchern der Region, aber auch vielen Menschen, die hier leben, unbekannt ist: jene Epoche des 18. und 19. Jahrhunderts, als das Bergwesen durch den Abbau von Kobalt und besonders von Nickel einen neuen Aufschwung erlebte. Mit der beginnenden Industrialisierung brach in Schladming EINE NEUE ZEIT AN. Mit dem Beginn der Nickelverhüttung in der Hopfriesen rückte Rohrmoos ins Licht internationaler technisch-naturwissenschaftlicher Entwicklungen, und positionierte sich im europäischen Wettlauf um die gelungene Herstellung von reinem Nickel. In der Hopfriesen wurden Nickelerze geröstet und eine Nickel-Arsen-Speise zubereitet, die anschließend in Gloggnitz, der 1. Nickelhütte der Habsburgermonarchie, und später in Mandling weiterverarbei-tet wurden.

Das einzigartige Relikt, der NICKELSCHMELZOFEN selbst, wird im Rahmen des geplanten Museums zum Hauptausstellungsstück.
Das Museumsgebäude – als BEGEHBARE VITRINE INMITTEN DER LANDSCHAFT konzipiert – macht Besucherinnen und Besucher auf Vergangenes aufmerksam und neugierig und schlägt – durch die Darstellung aktueller Nickelprodukte – auch BRÜCKEN in die Gegenwart. Es wird Einblicke erlauben, Fragen aufwerfen und dazu einladen, die Vergangenheit zu BEGEHEN und das Gesehene mit der Gegenwart zu VERBINDEN....

AUSSTELLUNGSKONZEPT

GERÖSTETE STEINE UND GESTOCHENE SPEISE

RAUM 1: „SPUREN DER VERGANGENHEIT“

Der erste Raum des Museums dient der Einführung. Es erfolgt ein „Zoom“ von der allgemeinen Bergbaugeschichte der Region hin in die engeren lokalen Gegebenheiten. Vermittelt werden naturräumliche Voraussetzungen für den Erzabbau in der Region, gleichzeitig wird kurz und präzise eine Geschichte des Bergbaues visualisiert. Schließlich geht es um die Vermittlung der Schritte Abbau – Transport – Aufbereitung – Verhüttung. Die Erzgewinnung, die Gefährlichkeit auf den Transportwegen, und schließlich die Bedeutung der Nickelproduktion in Rohrmoos werden thematisiert.

BEREICH 1: „VERBORGENE KOSTBARKEITEN“

THEMEN
>  Geologie der engeren Region
>  Visualisierung der jeweiligen abgebauten Erze
>  Sagen
>  Namensgebung



BEREICH 2: „GEFÄHRLICHES TAGWERK“

THEMEN
>  Abbaugeschichte im 18. und 19. Jhdt. 
>  Abbauorte
>  Ausbisse
>  Lupen zur Vergrößerung von derbem Erz und Erzblüten
>  Aufgaben der einzelnen Bergleute 
>  Abbauwerkzeuge 
>  Visualisierung der Gefahren des Abbaus: Wassereinbrüche, Lawinenkragen, exponierte Lage, Witterungsverhältnisse
>  Transportwege, Transportmittel 
>  Literarische Verarbeitung

BEREICH 3: „EINE NEUE ZEIT BRICHT AN“

THEMEN
>  Beginnende Industrialisierung Steiermark
>  Bedeutung der Nickelproduktion in der Habsburgermonarchie 
>  Geschichte des Nickelabbaues in Rohrmoos, Gründe für Niedergang
>  Ritter von Gersdorff – Leben und Wirken
>  Geschichte des Schmelzofens

BEREICH 4: „AUS DEM DUNKEL INS LICHT“

THEMEN
>  Fundstücke, die bei der Restaurierung gefunden 
>   Revitalisierung des Schmelzofens


RAUM 2: „GERÖSTETE STEINE UND GESTOCHENE SPEISE“

Raum 2 ist dem eigentlichen Prozess der Verhüttung von Nickel gewidmet. Die metallurgische Herstellung von Nickel ist auch aus aktueller Perspektiv eines der komplexesten Verhüttungsverfahren, kann heute aber weitestgehend in einem Schritt durchgeführt werden. Im 19. Jhdt. brauchte die Herstellung von Nickel sehr viel länger und nahm sechs große Verarbeitungsschritte in Anspruch (Rösten, Schmelze im Krummofen, Raffinierschmelze im Gasflammofen, Rösten, Waschen, Reduktionsschmelzen). In Raum 2 werden die Eigenschaften des Metalls Nickel, die Entwicklung metallurgischer Verfahren und die konkrete Verhüttung des Rohrmooser Nickels vor Ort, bzw. seine Weiterverarbeitung erklärt werden. Eine vorwärts laufende „Zeitmaschine“ bringt die BesucherInnen wieder zurück in die Gegenwart. In der Mitte des Raumes, auf einer Art Litfasssäule, werden die Arbeits- und Lebensbedingungen der Arbeiter am Krummofen thematisiert.
„Hauptausstellungsstück“ in diesem Raum ist der Schmelzofen aus dem 19. Jhdt.

BEREICH 5: „SILBER-WEIß UND GLÄNZEND-HART“

THEMEN
>   Das Metall Nickel 
>   Geschichte des Metalls (Namensgebung, Entdeckung, Herstellung Konkurrenzunternehmen). 
>   Schlaglichter einer Geschichte der Metallurgie 
>   Scheidungsprozesse
>   Entwicklung des Verfahrens
>   Arbeitsgeräte 
>   Darstellung der sechs verschiedenen Verarbeitungsschritte 
>   Krummofen


BEREICH 6: „VON TEEKISTEN UND BEINPROTHESEN“

THEMEN
>  erste Nickelhütte der Habsburgermonarchie
>  Geräte, Behälter und Werkzeug der Verarbeitung
>  Bedeutung des Nickels im 19. Jhdts. 
>  Verarbeitungsmethoden 19. Jhdt.
>  Firmen, die mit Nickel beliefert wurden (Abnehmer)
>  Verarbeitung in der kleinen Fabrik Gersdorffs
>  Gegenstände, welche in der Vergangenheit und der Gegenwart aus Nickel gefertigt wurden und werden: die Gegenstände immer jünger, die BesucherInnen werden somit wieder aus der Gegenwart in die Vergangenheit zurückgeführt (Nickelscheidemünzen, Bestecke, Kochtöpfe, Beschläge, chirurgische Instrumente, Brillen, Prothesen, Schrauben, Bauteile für die Luftfahrt, Schmuck, Piercings etc.)

BEREICH 7: „VOM LEBEN DER BERGKNAPPEN“

THEMEN
>  Arbeiter im Schmelzofen, Aufgaben, Lebensbedingungen 
>  Gesundheitliche Belastungen 
>   Wirtschaftliche Bedeutung des Schmelzofens für den Ort, Beschäftigte, Nebenerwerbszweige, Zuliefererbetriebe


RAUM 3: „VON DEN ZUTATEN“

Raum 3 ist die Rückseite des Schmelzofens – hier war die Stube und der Magazinraum mit der Befeuerung.

THEMEN
>  Materialien (Quarzsand, Kohle, Röstgut), mit denen der Ofen befüllt wurde
>  Beheizung des Ofens, Luftzufuhr, Blasebalg
>  Blick ins „Innere“ des Ofens

FÜHRUNGEN

Das Museum wird im August 2004 fertiggestellt. Führungen können beim Tourismusverband Schladming-Rohrmoos gebucht werden.

DAS TEAM

Museumspädagogische Leitung: Mag. Dr. Heidrun Zettelbauer
Aufbau der Sammlung : Astrid Perner
Wissenschaftliche Begleitung: MR Dipl.Ing. Alfred Weiss
Grafik: Mag. Roland Keil, Didi Perner
Ausführende Firmen:
Planung Museumsgebäude: Egger und Kreiner
Museumsgebäude Ausführung : Firma Weiskogler
Virtrinenbau Museum: Maschinenbau Stocker, Peyrer Glas
Unterstützung bei allen Arbeiten des Projektes: das Team des Bauhofes der Gemeinde Rohrmoos-Untertal und das Team des Tourismusverbandes Schladming-Rohrmoos
Unterstützung, Ideengeber, Mitarbeit in allen Belangen: das tatkräftige Team der ÖAV-Höhlenforscher rund um Ing. Toni Streicher
Koordination: Ing. Anton Streicher, Dipl.-Ing. Hermann Trinker

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